Dienstag, 19. November 2013

Die Handelsbilanz – und ihre Bedeutung die Finanzmärkte




Oft lesen wir in den Wirtschaftsmeldungen…. Handelsbilanz aus der Eurozone, China, USA oder Japan hat enttäuscht oder liegt über den Erwartungen.
Warum ist diese volkswirtschaftliche Kennzahl für uns beim Trading überhaupt als so wichtig?
Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns erst mal damit befassen, was eigentlich Gegenstand einer Handelsbilanz ist.
Mit dem Begriff der Handelsbilanzen befasst man sich seit dem 17. Jahrhundert. Hier wurde besonders die Ansammlung von Edelmetallen und Geld bewertet. Durch den vermehrt aufkommenden Güterverkehr zwischen den Nationen wurde der Handel als Ursprung des Volkswohlstandes verstanden und damit die Handelsbilanz für die Beurteilung einer Volkswirtschaft immer bedeutender.
In der Handelsbilanz wird der gesamte grenzüberschreitende Warenverkehr eines Landes innerhalb einer definierten Periode bewertet. Demnach handelt es sich um eine rechnerische Gegenüberstellung der Importe und Exporte. Aus diesen Warenströmen ergeben sich naturbedingt entsprechende Geldströme (Zahlungsforderungen bzw. -verpflichtungen gegenüber den Handelspartner). Die Handelsbilanz ist einer der Hauptbestandteile der Zahlungsbilanz eines Landes und steht als höchstrangigster Wert in der Leistungsbilanz.




Es gibt drei Zustände einer Handelsbilanz, wobei die ausgeglichene (also exakt gleiche Summe an Im- und Exporten) die unwahrscheinlichste ist. Im Normalfall haben wir es mit einem Handelsbilanz-Überschuss (mehr Exporte als Importe) oder einem Handelsbilanzdefizit (mehr Importe als Exporte) zu tun.




Was kann man von dem Verhältnis der Exporte und Importe nun für den Zustand einer Volkswirtschaft und dem Wert einer Währung ablesen?
Je mehr ein Land exportiert umso leistungsfähiger muss die Volkswirtschaft sein, da außer dem eigenen Bedarf auch viele Güter hergestellt werden, die ins Ausland verkauft werden können. Die Waren die ins Ausland verkauft werden, müssen meist in Inlandswährung bezahlt werden, dadurch steigt der Wert der inländischen Währung und das wirkt sich naturbedingt wegen der steigenden Nachfrage nach Landeswährung auch auf uns beim Traden aus.
Umgekehrt zeigt der Import auf, wie viele Güter nicht im Land selbst hergestellt werden können um die Binnennachfrage zu bedienen. Hier fließt Inlandswährung ins Ausland, das bedeutet wiederum, dass mehr Inlandswährung auf dem Geldmarkt vorhanden ist und somit sinkende Kurse die Folge sein könnten.
Unter Berücksichtigung der von der Handelsbilanz einer Nation ausgehenden Signalen – auch im Hinblick auf die Weltwirtschaft – zählt diese Kennzahl meiner Meinung nach zu den wichtigsten Werten im Wirtschaftskalender.
Verdeutlicht wird dies, wenn man sich zum Beispiel die Reaktionen des Marktes auf die „unerwartet“ schlechten Werte der chinesischen Handelsbilanz im März 2013 ansieht. Nach der Veröffentlichung standen viele Währungen unter Druck, da man mit einer allgemein schlechteren Wirtschaftslage rechnete. In diesem Fall sollte sich aber durch Hinterfragen eine Parallele zu Februar 2012 aufzeigen. Das chinesische Neujahrsfest – eine Feierlichkeit, bei der fast alle Fabriken des Landes für nahezu eine Woche die Arbeit ruhen lassen.
Demnach ist es immer gut nicht nur nach den reinen Zahlenwerten zu urteilen, sondern auch ein oder mehrere Blicke auf die Hintergründe zu werfen.
Die Infografiken wurden der Wikipedia entnommen.wikipedia





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